Klare Linie

Fotos: Peter Schulz

Styling mit Pfiff – 90er Escort

Schnörkellos und trotzdem schick präsentiert sich Johannes Scheneks Escort. Die klaren Linien der Mk3/4-Generation unterstreicht er mit gezielten Veränderungen. Dabei kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz...

Zwischen den klassisch-markanten Formen der ersten beiden Generationen und dem rundlich Design ihrer Nachfolger wirken Mk3 und Mk4 ziemlich kantig. Das war in den späten achtziger Jahren eben zeitgemäß. Richtig gerechnet, lieber Leser: Jene Escorts sind mittlerweile zum Youngtimer gereift, die es wert sind, für die Nachwelt erhalten zu werden.

Auch wenn Johannes‘ Vierer erst 2010 seinen 20. Geburtstag begeht, braucht man sich um ihn keine Sorgen zu machen. Seit 1999 ist er im Besitz des Nattheimers, der ihn hegt, pflegt und veredelt. Da der Vater Ford fuhr, lag es nahe, dass sich der Sohnemann zum 18. Geburtstag ebenfalls bei der "vertrauten" Marke umsah: Ein 83er Automatik-Escort für 500 D-Mark stand schließlich vor der Tür. Doch schon kurz darauf entdeckte er beim Autohaus Heilemann einen Mk4 – in deutlich besserem Zustand und mit Kat. Der Wagen wurde gekauft, Stück für Stück hergerichtet – und dann, vermeintlich sicher in der Garage geparkt, von einem LKW überrollt.

Für den am Boden zerstörten Johannes stand fest: Er wollte wieder einen Vierer-Escort! Aus der eingestürzten Garage rettete er, was zu retten war, und 1999 konnte er sein neues Projekt beginnen: den hier gezeigten 90er Mk4!
Von einem echten Klassiker konnte man damals noch nicht sprechen – der Escort war ja gerade mal neun Jahre alt. Trotzdem schraubte der Gas-Wasser-Installateur nicht wild drauflos, sondern überlegte sich sein Konzept. Die Anbauteile von GFL Sportsline wirken beispielsweise durchaus stimmig, auch wenn Johannes hier und da noch ein bisschen nachgeholfen hat. Das Kennzeichen sitzt beispielsweise tiefer in der Frontschürze – die ursprüngliche Mulde ist verschwunden, eine Mondeo-Lippe hinzugekommen. Focus-Blinker (mit Standlichtfunktion) wurden in die Stoßstange integriert. Die Öffnungen hinterlegte Johannes mit Alu-Racinggitter. Die "irgendwie zu kurz geratenen" Seitenschweller mussten um 2,5 Zentimeter verlängert werden, um die Linie des Projekts nicht zu zerstören. Das eigenhändige Glätten der Heckschürze darf hingegen als persönliche – wenn auch arbeitsintensive – "Kür" angesehen werden.

Besonderes Augenmerk verdient auch der Cossie-Flügel, dessen Vorbild ja bekanntlich eigentlich nicht zu dieser Escort-Generation gehört. Doch auch er wurde der Linie des Vierers angepasst und wirkt deshalb so, als sei er durchaus für dieses Auto gemacht worden. Mattigs M3-Spiegel und der “böse Blick” im Blech gehören zum vertrauten Tuning-Programm, wobei Letztgenannter die Haube eines RS turbo verlängert. Zu den weiteren Details gehört der Bonrath-Einarmwischer, nach dessen Montage das zweite Wischerloch sowie die Spritzdüsen entfernt wurden. Außerdem verschwanden Beifahrerschloss, Antenne, Heckwischer und Heckklappenschloss von der Karosserie.
Weiter geht es mit der Beleuchtungsanlage: Johannes hat die Scheinwerfer mit Folia-Tec-Folie abgedunkelt, die grauen Blinker kommen von MHW, und am Heck präsentieren sich schwarz-rote Rückleuchten. Auch das passt hervorragend zum Konzept: 2006 hat der Escort nämlich eine Neulackierung bekommen – in “Spanischrot”, weil "diese Farbe dem Auto super steht". Wer will da widersprechen?

Von: Thomas Pfahl

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