Leistungsschub

Ford Capri III Turbo Heckansicht

Ford Capri III Turbo Scheinwerfer

Ford Capri III Turbo Abgasanlage

Ford Capri III Turbo Motorraum

Ford Capri III Turbo Innenraum

Fotos: Peter Schulz

Die Geschichte des Ford Capri ist geprägt von vielen Sondermodellen und mehr oder weniger umfassenden Überarbeitungen. Ähnliches gilt auch für die ganz persönliche Capri-Story von Thomas Zynda...

Capri und Manta buhlten in den siebziger Jahren um die Gunst der Coupé-liebenden Familienväter. Sportliche Autos mit Großserientechnik und viel Platz – das bescherte sowohl den Kölnern als auch den Rüsselsheimern eine riesige Fangemeinde. Bei Thomas Zynda war es der Opel, der eines Tages als erstes Auto vor der Türe stand. Doch der damals 18-Jährige träumte schon 1981 von einem Capri mit Sechszylinder-Motor.

Langsam arbeitete er sich zu seinem großen Ziel vor: Der Manta A wurde von einem zweitürigen Knudsen-Taunus abgelöst, mit 72 PS setzte sich später der Capri 2 an die Spitze des Zyndaschen Fuhrparks. Dann kam der erste Sechszylinder, ein silberner 2,3er mit Vinyldach. Thomas hatte Blut geleckt, beschäftigte sich immer intensiver mit den Kölner Sportlern. Ein erstes Highlight dürfte der “John Player Special” gewesen sein, dem der erste Capri 3 folgte. Analog zum heiß umkämpften Markt ein paar Jahre zuvor rüstete auch Thomas nach und nach auf. Denn eine sportliche Karosserie mit sparsamem (und damit schwachem) Motor war irgendwann nicht mehr angesagt. Die Erfolge im Motorsport verlangten auch nach entsprechend kräftigen Serienversionen. Für diesen Leistungsschub pflanzte Ford einen 3-Liter-V6 in den Capri, es folgten die bereits ab Werk mit einem Turbo ausgestatteten Varianten des 2,8ers. Auf diese Lösung stürzten sich auch diverse Tuner, die ihre Umbauten teilweise direkt über die Ford-Händler anbieten konnten.

Natürlich gehörte auch das 3-Liter-Modell zu Thomas´ automobiler Laufbahn. Den starken Dreier tauschte er später auf einem Automarkt gegen einen “eckigen” 2,6 RS, den er komplett restaurierte. Der Neuaufbau verschlang eine Menge Geld, katapultierte sich dann aber mit dem zweiten Motorschaden endgültig ins Aus. Sierra und Mondeo waren fortan angesagt, dem Job und der Familie zuliebe. Dann kam das Internet – völlig neue Möglichkeiten erschlossen sich dem Capri-Freund. Denn das Coupé war für Thomas noch lange nicht abgehakt: ”Es sollte eine Sonderausführung sein: ein 3-Liter-Spezial, ein Werksturbo oder ein 2,6 RS”, nach dem sich der überzeugte Hamburger umsah. Natürlich stieß Thomas bei der Suche unter anderem auf Thomas Sutter vom Capri-Club Schweiz, der wiederum von einem Sammler in der Nähe von Bamberg wusste. Ein silberner Werks-Turbo mit Unfallschaden stünde hier, hieß es beim folgenden Telefonat.

Okay, da Thomas beruflich eh in die Gegend musste, wollte er sich das Auto auch ansehen. ”Das muss 2000 oder 2001 gewesen sein”, erinnert sich der Capri-Fan, ”und das Projekt schien gleich wieder zu sterben…” Denn der Wagen sah echt fertig aus: ”Als hätte man die Heckklappe als Dosenöffner benutzt!” Bis zum Dach war der Ford hin – und damit für Thomas erledigt: ”Das war zeitlich und finanziell nicht zu machen!” Aber im Laufe der Unterhaltung erzählte der Verkäufer von seinem eigenen Werks-Turbo. Zusammen mit einigen anderen mobilen Raritäten parkte er im Bestzustand in der Halle der Firma Ankenbrand. Sammler und Interessent waren einer Meinung: So ein Auto musste einfach original bleiben! Aber zum Verkauf konnte sich der Besitzer (noch) nicht entschließen.

Von: Thomas Pfahl

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