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Ford Taunus Heckansicht

Ford Taunus Felge

Ford Taunus Rückleuchte

Ford Taunus Motorraum

Ford Taunus Innenraum

Fotos: Peter Schulz

Markus Wiechers beweist es: Mit den richtigen Zutaten kann sogar ein 75er Ford mit der Knudsen-Nase einen Hauch des American Way of Drive vermitteln.

Die amerikanischen Zweizylinder-Bikes aus Millwaukee haben es Markus Wiechers, Kfz-Mechaniker aus Herne, angetan. Aber er begeistert sich nicht nur für die Harleys, er verdient in seinem eigenen Laden ”Herochoppers” auch sein Geld mit den entsprechenden Umbauten, Reparaturen und Wartungen. Kein Wunder, dass er passend dazu lange Zeit in einem amerikanischen Station Wagon unterwegs war. Festgelegt auf US-Cars ist er deswegen nicht: Ein Mercedes W123 gehörte 1995 zu seinen ”Neben-Projekten”. Und jetzt war eben wieder mal ein europäischer Youngtimer an der Reihe – ”aber unbedingt mit Ami-Optik”. Die Wahl fiel im April 2003 auf den Taunus.

Das L-Modell mit 1,3 Litern Hubraum rollte zu dieser Zeit im Zustand 3+ durch die Lande. Zwei Jahre nutzten die Wiechers´ den Zweitürer als Alltagsauto, bevor sich die Garagentüren für längere Zeit hinter ihm schlossen. Der Knudsen wurde komplett zerlegt. Markus brachte zuerst die Karosserie wieder auf Vordermann. Sie sollte später natürlich wieder in der markanten Originalform zum Einsatz kommen. Das machte die Sache nicht gerade einfach: Nach einem Kotflügel hat der Herner fast ein Jahr gesucht, bevor er ihn für satte 400 Euro erstehen konnte. Auch die Motorhaube ist ein Original-Ersatzteil.

Während die Blechhülle bei Lackierer Mike Bauer auf ihr neues Kleid in strahlendem ”Narzissengelb” wartete, kümmerte sich Markus um den Motor. Die Zeiten mit bescheidenen 1300 Kubikzentimetern Hubraum sollten fortan Geschichte sein, statt dessen kommen heute ganze zwei Liter zum Einsatz. Den Vierzylinder hat der gelernte Schrauber komplett zerlegt und revidiert. Sämtliche Lager sowie Kolben, Nockenwelle und Ventile erneuerte er, die Ventilsitze wurden auf Bleifrei-Betrieb umgerüstet. Bevor der geplante Zylinderkopf wieder auf den Block kam, wurde dieser blau lackiert. Diverse andere Motorteile mussten eine Sandstrahl-Prozedur über sich ergehen lassen und durften ein Bad im Chrombecken nehmen.

Heute atmet der Taunus durch einen K&N-Filter ein, bevor der Weber-Registervergaser das zündfähige Gemisch erzeugt. Die Abgase entwichen beim Fototermin noch über den Original-Fächerkrümmer durch den GT-Auspuff ins Freie, mittlerweile ist hier die 2-Zoll-Anlage eines Cortina montiert. Das macht sich vor allem beim Beschleunigen mit Vollgas bemerkbar. Aber sind vier Zylinder nicht ohnehin ein bisschen dünn für einen Freund des ”American Way of Drive”? ”Naja, vielleicht baue ich ihn irgendwann auf 2,8-Liter-V6 oder gar einen V8 um”, grinst Markus.

Ein europäischer Youngtimer, wie er auch auf er anderen Seite des großen Teichs durchaus unterwegs sein könnte - das war, wie erwähnt, Markus´ und Elkes Zielsetzung. Das Ganze sollte natürlich zeitgenössisch vertretbar sein. Also kamen auch keine 20-Zoll-Chromräder in Frage, sondern vielmehr die klassischen Wolfrace-Felgen in 7 x 13 Zoll ET 5. Sie sind mit 185/60er Bereifung vorne und 205/60er hinten bezogen. Die dazugehörige Tieferlegung erzeugen De-Merwede-Federn, die in Verbindung mit den Gasdruckdämpfern in Original-Länge eine 60-/40-Millimeter-Absenkung ermöglichen. Aber Markus ist ja kein Anfänger in Sachen Technik: Natürlich hat er die Achsen teilweise gestrahlt und lackiert, sämtliche Buchsen sind neu. Auch den Bremsen schenkte er die nötige Aufmerksamkeit und erneuerte sie.

Von: Thomas Pfahl

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